Zweiter Akt. Was aus Liebe werden kann.

Essayistischer Dokumentarfilm.

„Von diesem beliebten Orte war mir ein verlockend idyllischer Eindruck geblieben, obgleich ich, wie die meisten Reisenden, das Dörfchen nur beim Hinuntergehen von der Bastei im Halbdunkel gesehen hatte.“  So beschreibt der Schriftsteller Karl Gjellerup im Jahr 1889 den Ort Rathen in der Sächsischen Schweiz, Schauplatz für seinen Liebesroman „Seit ich zuerst sie sah“. Gleichsam auch Titel eines essayistischen Dokumentarfilms, der vor 20 Jahren entstanden ist. Meine Liebeserklärung an Rathen.

Zwei Jahrzehnte später möchte ich an diesen Film anknüpfen, Rathen wiedersehen. Ahnend, dass es sich verändert haben muss: 20 Jahre sind eine lange Zeit. Mit jedem Hochwasser sollten die Bewohner ihre Keller und Häuser, Hotels, die uralte Mühle, Teile ihrer Existenz davonschwimmen sehen. Im Sommer 2022 das andere Extrem – nach anhaltender Trockenheit fängt die verdorrte Erde Feuer, umliegende Wälder verbrennen, eine Zeitlang bleiben die Urlauber aus. In den Schlagzeilen war Rathen auch während der Corona-Pandemie: Die kleinste Gemeinde Sachsens brachte es zeitweilig auf die höchsten Inzidenzwerte im gesamten Land. Zufall? Die Versatzstücke meiner Wahrnehmung sind lückenhaft, aber politische und ökologische Krisen haben in den vergangenen Jahren auch vor diesem hübschen Flecken Erde nicht Halt gemacht.

Was ist aus der Faszination geworden, was geblieben vom warmen Gefühl, das den Ort für mich umgab? Kann die Liebe ewig sein? Vor 20 Jahren mündet die filmische Erzählung im Winter. Es ist Weihnachten, Schwibbögen. Stille im Ort. Von Vergänglichkeit, Veränderung und einem Zukunftsglauben will diese Fortsetzung erzählen.

 

Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

  

Zweiter Akt. Was aus Liebe werden kann.